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Mein Weg zum Tai Chi Fotografin Karin Frentz-SchröderFotografin Karin Frentz-Schröder

Als Kind war ich häufig krank und auch als Teenager litt ich unter verschiedenen Allergien und Asthma. Außerdem neigte ich zum Krankwerden, sobald ich etwas aus der Balance kam. Das konnte bereits durch einen Familienstreit passieren. Ich war hochsensibel und -empfindlich.

Daher suchte ich bereits mit 18 oder 19 Jahren nach Mitteln, mich innerlich zu stabilisieren. Philosophische Studien westlicher und östlicher Weisheitslehren brachten zwar einen großen Erkenntnisgewinn, jedoch keine Anleitung, wie sie körperlich manifest werden konnten. Meditation bot sich bald als Praxis an, jedoch kein Lehrer, der mir praktische Anweisung geben konnte. Dazu kommt, dass Meditation zwar zur Geistesschulung enorm hilfreich ist, der körperliche Aspekt jedoch zurücktritt. Eine „Verkörperung“ dieser Geistespraxis findet erst nach langjähriger Übung statt.

Im Frühjahr 2001 besuchte ich eine Vorführung der fernöstlichen Bewegungskunst Tai Chi in St. Pölten und war vom ersten Moment an elektrisiert. Diese ruhigen, eleganten, fließenden, harmonischen Bewegungen trafen, wie man so sagt, genau meinen Nerv. Was mich außerdem überzeugte waren Demonstrationen von Atmung und Standfestigkeit in unterschiedlichen Positionen. So meldete ich mich für einen Einsteigerkurs an. Am 11. September dieses Jahres fand die erste Stunde statt, seither habe ich die Praxis kontinuierlich weitergeführt.

 

 

Der WEG des Tai Chi ChuanFoto privatFoto privat

Bei uns heißt die Praxis meist nur Tai Chi. Auf chinesisch bedeutet das jedoch nur soviel wie „oberstes Gesetz“ (wörtlich: „oberster Firstbalke“). Im Verständnis des Taoismus, auf welchem das Tai Chi Chuan entstanden ist, ist dies das Yin-Yang-Prinzip. Chuan bedeutet „Faust“, was in diesem Zusammenhang für „Kampfkunst“ steht. Tai Chi Chuan ist also die „Kampfkunst nach dem obersten Gesetz“.

Heute steht jedoch der gesundheitliche Aspekt im Vordergrund, fördert die Übung dieser Bewegungen doch nicht nur körperliche Fitness, sondern auch geistige Ausgeglichenheit. Schon nach wenigen Stunden bemerkte ich eine Verbesserung meiner Körperhaltung. Ich ging gerader und aufrechter. Außerdem fühlte ich mich nach dem Unterricht und der Praxis ausgeglichener, ruhiger und stabiler. Die Übungen waren nicht zu anstrengend, aber trotzdem herausfordernd. Die Bewegungen waren langsam, ruhig und fließend. Sie riefen auf zu achtsamer, bewusster Ausübung, genau was ich brauchte!

Bernhard Scholler war in Österreich mein erster Lehrer. Als ich im Herbst 2003 nach Köln ging wechselte ich zu Andreas Heyden, bei welchem ich dann bis heute auch blieb.

Die Praxis des Tai Chi Chuan ist vielfältig und umfasst sehr viele Aspekte: Sitz- oder Stehmeditation, einfache Qi Gong-Gesundheitsübungen, Chi-Kung und Yi-Kung, verschiedene Bewegungsabläufe, Formen genannt, mit und ohne Waffen, ruhige und dynamische Partnerübungen und auch Meditation.

Taoistische Meditation berührt direkt das, was der Chinese „Tao“ nennt und meist mit WEG übersetzt wird. Die Praxis zur Verwirklichung ist „Wu Wei“, die Haltung, einen Prozess oder Vorgang ohne fremde Zutaten sich möglichst natürlich entfalten und entwickeln zu lassen. Im Tai Chi gilt die Übung dieser Haltung sowohl dem Geist als auch dem Körper gegenüber, weshalb sich spirituelle, „gymnastische“ und Kampfkunstpraxis gegenseitig durchdringen und ergänzen.

Die Heilsamkeit der Tai Chi-Praxis führte mich zur Lehrerausbildung bei Meister Chu King-Hung, dem Leiter der ITCCA (International Tai Chi Chuan Association), bei dem Andreas Heyden, mein Lehrer, Meisterschüler ist.

Seit Herbst 2013 unterrichte ich an der Tai Chi-Schule Leverkusen-Odenthal bei Karin Frentz-Schröder und assistiere in der Kölner Tai Chi-Schule Andreas Heyden beim Unterricht.